Macht die Software auch was ich möchte?
Macht die Software auch was ich möchte?

Die Benutzung an sich ist selbsterklärend und benutzerfreundlich.

Der VW-Abgasskandal schafft nicht nur für betroffene Autofahrer Probleme, auch Verbraucherschutz-Kanzleien stehen vor besonderen Herausforderungen: Täglich müssen hunderte Schriftsätze erstellt und verwaltet werden. Durch iusta, eine intelligente Softwarelösung, soll dem Abhilfe geschaffen werden. Paul Pergens, Leiter des Diesel Klage-Teams bei der Düsseldorfer Kanzlei Baum Reiter & Collegen berichtet, wie seine Arbeit durch iusta erleichtert wird.

Malte Wunderlich

Vertrauen in die Software abgeben zu können, ist ein Schlüsselelement.

Schlüsselelement Vertrauen

Für Pergens machte die Umstellung auf iusta einen großen Unterschied: “Das Klageteam habe ich ja übernommen, als wir noch die Vorgängersoftware benutzt haben. Da war das anders, alles war undurchsichtiger: Wo die Bausteine liegen, wie sich die Schriftsätze dann zusammensetzen. Das hat sich alles gebessert.”

Wichtig ist allerdings auch eine andere Umstellung, die iusta mit sich bringt. Denn Ziel der Automatisierung ist, dass Anwälte wie Pergens nicht mehr Seite für Seite an einem Schriftsatz schreiben, sondern diese Aufgabe an einen Rechner abgeben.

Die Schriftsätze, die Pergens bei Gericht einreicht, sind etwa 100 Seiten stark. Würde er jede automatisch generierte Klage Seite für Seite kontrollieren, liefe das der Automatisierung entgegen.

Vertrauen in die Menschen, welche die Software konfigurieren, ist ein zweites Schlüsselelement.

Der Software von Anfang an zu vertrauen ist nicht leicht. “Natürlich habe ich zu Beginn immer kontrolliert, was die Software ausgegeben hat”, gibt Pergens zu. “Aber richtige Bedenken hatte ich nicht, weil ich ja wusste, welche Bausteine im fertigen Schriftsatz landen würden.”

Der Antwalt erklärt, dass man nicht nur Vertrauen in die Software haben muss. Denn letztlich bestimmt der Mensch wie die Software arbeiten soll bei – etwa, in welchen konkreten Fällen wie zu entscheiden ist und welche Texte verwendet werden sollen.

“Wenn ich weiß, dass die Texte so verarbeitet sind, wie ich mir das gewünscht habe und sich da nichts mehr dran ändert, dann habe ich ein großes Vertrauen in die Richtigkeit des Schriftsatzes”, sagt Pergens.

Noch mehr Vertrauen könnte auch dadurch aufgebaut werden, dass die Anwälte selbst an der Automatisierung mitarbeiten – wie Pergens, der sich gerade selbst in die technische Konfiguration der Automatisierung einarbeitet.
Eine Neuerung in der Entwicklung von iusta hilft ihm dabei: Benutzer können nun auch ohne technischen Support Bausteine ändern. Das ist wichtig, “um schnell und unabhängig auf Änderungen bspw. in der Rechtsprechung reagieren zu können, sagt der 30 Jährige.”

In solchen großen Verfahren wie dem Abgasskandal nur sehr ungern. Da ist die Nutzung von Software wie iusta einfach unumgänglich.

Weitere Vorteile der Automatisierung
iusta vereint zudem diverse Funktionen, die auch automatisiert eingesetzt werden können. So können nicht nur neue Dokumente generiert, sondern auch bereits in der Akte abgelegte Dateien weiterverwendet werden.
“Die Anlagen zu einer Klage suche ich nicht mehr aus der Akte raus und füge sie zusammen. Das fertige Anlagenkonvolut wird mir gemeinsam mit der Klage ausgegeben”, erklärt Pergens an einem Beispiel.
Was ein Mensch in einem 100-seitigen Schriftsatz vielleicht übersieht, entgeht der Software nicht: “Je nachdem, ob unsere Mandantschaft männlich, weiblich oder eine juristische Person ist, muss der Text natürlich grammatikalisch angepasst werden.”
Und auch das Endprodukt kann sich sehen lassen. Eine Klage, die durch iusta erstellt wurde, kann zum Teil gar nicht von einer anderen Klage unterschieden werden. “Das sieht dann so aus, als hätte sich jemand hingesetzt und etwas eingetippt”, findet Pergens. Dazu müsse natürlich die Vorbereitung kleinschrittig vorgenommen und perfekt ausgeführt werden.
Dies ist allerdings nur ein einziges Mal je Schriftsatz notwendig. Denn eine vom Anwalt abgesegnete Automatisierung kann hundert- oder tausendfach in verschiedenen Akten angewendet werden, ohne dass einzelne Kontrollen notwendig wären.

Auf die Frage hin, ob er wieder zur manuellen Erstellung der Schriftsätze zurückkehren wolle, findet Pergens zum Schluss des Interviews deutliche Worte: